Fixkosten senken: 12 Posten, die fast jeder zu teuer bezahlt
Beim Sparen denken die meisten zuerst ans Einkaufen. Dabei liegt das größere Geld bei den Fixkosten: Sie laufen jeden Monat automatisch weiter, und du musst sie einmal anfassen, um dauerhaft zu sparen. Ein Nachmittag bringt hier realistisch 400 bis 900 € im Jahr — ohne dass du im Alltag irgendetwas merkst.
Warum Fixkosten der bessere Hebel sind
Wenn du beim Einkaufen 30 € im Monat sparst, musst du das jeden Monat neu schaffen. Senkst du deinen Stromtarif um 30 € im Monat, passiert es von allein — zwölf Monate lang, ohne einen weiteren Gedanken.
Deshalb gilt: Fixkosten zuerst, Alltagsausgaben danach.
Die 12 Posten, nach Sparpotenzial sortiert
1. Strom — 150 bis 400 € im Jahr. Der größte Einzelhebel. Wer seit Jahren in der Grundversorgung ist, zahlt fast immer deutlich zu viel. Wechsel dauert 15 Minuten, der neue Anbieter kümmert sich um die Kündigung.
2. Gas — 100 bis 350 € im Jahr. Gleiche Logik wie Strom. Achte auf Preisgarantie und Vertragslaufzeit statt nur auf den Bonus im ersten Jahr.
3. Kfz-Versicherung — 100 bis 300 € im Jahr. Stichtag ist meist der 30. November für einen Wechsel zum 1. Januar. Prüfe außerdem, ob deine jährliche Fahrleistung noch stimmt — viele zahlen für 20.000 km und fahren 9.000.
4. Handytarif — 60 bis 240 € im Jahr. Der Klassiker: alter Vertrag mit 3 GB für 30 €, während es neu 20 GB für 10 € gibt. Prüfe deinen tatsächlichen Datenverbrauch in den Handy-Einstellungen, bevor du buchst.
5. Internet zuhause — 60 bis 180 € im Jahr. Nach Ablauf der Mindestlaufzeit steigt der Preis oft automatisch. Ein Anruf beim Anbieter mit Kündigungsabsicht bringt häufig sofort einen Rabatt.
6. Abos und Streaming — 100 bis 300 € im Jahr. Geh deine Kontoauszüge der letzten drei Monate durch und markiere jede wiederkehrende Abbuchung. Fast jeder findet mindestens ein Abo, das er vergessen hat.
7. Girokonto — 60 bis 120 € im Jahr. Kontoführungsgebühren sind vermeidbar. Welche Kriterien beim Wechsel wirklich zählen, steht im Ratgeber zum kostenlosen Girokonto.
8. Versicherungen prüfen statt kündigen — 100 bis 400 € im Jahr. Wichtig ist die Unterscheidung: Haftpflicht, Berufsunfähigkeit und Hausrat behältst du. Handy-, Brillen- und Garantieverlängerungs-Versicherungen sind fast immer überflüssig.
9. Fitnessstudio — 0 bis 400 € im Jahr. Rechne aus, was ein Besuch kostet: Beitrag mal 12, geteilt durch deine tatsächlichen Besuche. Bei 8 € pro Besuch ist es fair, bei 25 € nicht.
10. Rundfunkbeitrag — 0 bis 220 € im Jahr. Nur relevant, wenn du in einer WG oder Partnerschaft doppelt zahlst: Pro Wohnung ist nur ein Beitrag fällig.
11. Dispo ablösen — 50 bis 200 € im Jahr. Bei 1.000 € Dauer-Dispo und 12 % Zinsen sind das 120 € jährlich, nur fürs Minus. Ein Ratenkredit zur Umschuldung ist oft deutlich günstiger.
12. Miete und Nebenkosten prüfen — sehr unterschiedlich. Die Nebenkostenabrechnung ist statistisch oft fehlerhaft. Du hast ein Recht auf Belegeinsicht, und die Frist zum Widerspruch beträgt zwölf Monate ab Zugang.
Die richtige Reihenfolge für einen Nachmittag
Arbeite nach Aufwand, nicht nach Interesse:
- Erste 30 Minuten: Kontoauszüge der letzten drei Monate, alle wiederkehrenden Abbuchungen auf eine Liste. Das ist die Grundlage für alles Weitere.
- Nächste 60 Minuten: Strom und Gas vergleichen und wechseln. Größter Effekt pro Minute.
- Danach: Handy und Internet. Erst Verbrauch prüfen, dann Tarif.
- Zum Schluss: Versicherungen und Abos, jeweils mit Kündigungsfrist notieren.
Trag jede Kündigungsfrist sofort als Kalender-Erinnerung ein, zwei Wochen vor Ablauf. Sonst verlängert sich der Vertrag, den du eigentlich loswerden wolltest.
Ein Fehler, den du vermeiden solltest
Nicht alles Günstige ist gut. Bei Versicherungen entscheidet die Leistung, nicht der Preis — eine billige Haftpflicht mit niedriger Deckungssumme kann dich im Schadensfall Jahre kosten. Spare bei Strom, Handy und Abos, aber nicht bei existenziellem Schutz.
Wenn du festhalten willst, was der Nachmittag gebracht hat: Trag die alten und neuen Beträge nebeneinander in den kostenlosen Mini-Budgetplaner ein. Die Summe unten ist meist die Motivation, auch den Rest der Liste abzuarbeiten.