Kostenloses Girokonto: Worauf du beim Vergleich wirklich achten musst
Viele zahlen für ihr Girokonto 5 bis 10 € im Monat — für eine Leistung, die andere Banken kostenlos anbieten. Das sind 60 bis 120 € im Jahr, die du mit einem Kontowechsel dauerhaft sparst. Der Haken: „Kostenlos” steht bei fast jeder Bank groß auf der Seite, und das Kleingedruckte entscheidet, ob es stimmt. Diese Kriterien musst du prüfen.
Was „kostenlos” wirklich bedeutet
Bei den meisten Banken ist das Konto nur unter Bedingungen gebührenfrei. Die drei häufigsten:
- Mindest-Geldeingang: z. B. 700 € pro Monat (Gehalt, Rente, BAföG). Fällt der Eingang weg, kostet das Konto plötzlich Gebühren.
- Aktivnutzung: eine bestimmte Anzahl Buchungen im Monat.
- Altersgrenze: kostenlos nur bis 27 oder 30 Jahre (Studenten-/Jugendkonten).
Wirklich bedingungslos kostenlose Konten gibt es — aber weniger, als die Werbung suggeriert. Lies deshalb immer den Satz nach dem Wort „kostenlos”.
Die 7 Kriterien für den Vergleich
1. Kontoführungsgebühr und ihre Bedingungen. Steht dort „0 €” ohne Fußnote? Wenn eine Bedingung dranhängt: Erfüllst du sie sicher, auch in einem Monat ohne Gehalt?
2. Girocard und Kreditkarte. Manche Banken geben nur eine Debitkarte (Visa/Mastercard Debit) kostenlos, die klassische Girocard kostet extra — problematisch bei Händlern, die nur Girocard nehmen. Prüfe beide Kartenkosten einzeln.
3. Bargeld abheben. Wie viele Abhebungen im Monat sind kostenlos, an welchen Automaten, ab welchem Betrag? Typische Fallen: nur 3 kostenlose Abhebungen, Mindestbetrag 50 €, Gebühren im Ausland.
4. Dispozins. Für den Fall, dass du ins Minus rutschst: Die Spanne reicht von rund 7 bis über 13 % — bei 500 € Dispo über drei Monate sind das 9 bis 17 € Unterschied.
5. Die App. Echtzeit-Push bei jeder Buchung, Apple/Google Pay, Unterkonten oder „Spaces” für Sparziele — das entscheidet, ob du dein Budget wirklich im Griff hast.
6. Zinsen aufs Guthaben. Einige Konten zahlen auf das Tagesgeld-Unterkonto Zinsen. Kein Muss, aber ein Bonus fürs Notgroschen-Parken.
7. Filiale oder nur digital. Direktbanken sind meist günstiger; wenn du Einzahlungen am Schalter brauchst, kostet das bei Direktbanken oft Gebühren oder ist nur über Partnerbanken möglich.
Versteckte Kosten, die im Vergleich gern fehlen
- Papier-Kontoauszüge (oft 1–2 € pro Auszug)
- Ersatzkarte (5–15 €)
- Fremdwährungsgebühr beim Bezahlen im Urlaub (1–2 %)
- Überweisung in Papierform oder per Telefon
- Kontowechsel-Bonus-Bedingungen (Bonus nur bei X Monaten Geldeingang)
Ein Konto mit 0 € Grundgebühr, aber 2 % Auslandsgebühr kann im Urlaub teurer sein als ein 3-Euro-Konto mit kostenlosem Bezahlen weltweit. Rechne mit deinem echten Nutzungsverhalten.
So wechselst du ohne Chaos
Seit 2016 sind Banken gesetzlich zum Kontowechselservice verpflichtet: Die neue Bank informiert Zahlungspartner (Arbeitgeber, Versicherungen, Strom, Streaming) und überträgt Daueraufträge innerhalb von 12 Geschäftstagen. Dein altes Konto lässt du 2–3 Monate parallel laufen, prüfst, ob alle Abbuchungen umgezogen sind, und kündigst dann.
Tipp: Notiere vorher alle Lastschriften aus den letzten 12 Monaten (auch die jährlichen!) — genau dafür ist ein Haushaltsbuch Gold wert.
Die 20-Minuten-Checkliste
- Erfülle ich die Bedingung für die Gebührenfreiheit dauerhaft?
- Sind Girocard und Kreditkarte kostenlos?
- Wie oft hebe ich Bargeld ab — und ist das abgedeckt?
- Wie hoch ist der Dispozins?
- Hat die App Unterkonten für meine Sparziele?
- Was kostet Bezahlen im Ausland?
- Brauche ich eine Filiale?
Konditionen ändern sich regelmäßig — prüfe vor dem Wechsel immer das aktuelle Preisverzeichnis direkt bei der Bank. Und wenn du dein neues Konto hast: Richte am ersten Tag die Unterkonten nach dem 3-Konten-Modell ein. Unser kostenloser Mini-Budgetplaner zeigt dir auf einer Seite, wie du Fixkosten, Sparen und Alltag sauber aufteilst.